Neben Trockenfutter gibt es so einige Dinge,die für unsere Lieblinge gefährlich werden können. Wir haben Ihnen hier eine Auswahl in drei Kategorien zusammengestellt:
- unverträgliche Futtermittel
- giftige Substanzen
- giftige Pflanzen
Bitte kontaktieren Sie beim Verdacht auf eine Vergiftung umgehend Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker.
Unverträgliche Futtermittel
Milch und Milchprodukte
Der Milchzuckergehalt ist entscheidend für die Verträglichkeit von Milchprodukten: Milchzucker wird bei erwachsenen Hunden und Katzen aufgrund fehlender Enzyme im Dünndarm nicht vollständig verdaut und kann somit im Dickdarm zu Fehlgärungen und Durchfall führen.
Verträgliche Tagesmengen Milch:
max. 20 ml / kg KM
Kondensmilch: max. 10 ml / kg KM
Quark: max. 40 g / kg KM
Rohe Stärke
Ungekochte Stärke bzw. nicht ausreichend lang gekochte stärkereiche Futtermittel wie Kartoffeln, Nudeln, Reis oder Getreideflocken können zu Durchfall führen. Evtl. unzureichend aufgeschlossene Stärke kann bei Hunden und Katzen zu Fehlgärungen im Dickdarm führen mit anschließendem Durchfall.
Knochenfütterung
Fleischige Knochen können zu Zahnfrakturen und Verletzungen im Schlund, Magen- und Darm-Bereich führen, ebenso zu lebensbedrohlichen Verstopfungen. Gekochte Knochen splittern vermehrt.
Übertragung von Infektionen über Futtermittel
Über rohes Fleisch oder rohen Fisch können Bakterien (z.B. Salmonellen), Viren (Aujeszky-Virus bei rohem Schweinefleisch – gekochtes oder gebratenes Schweinefleisch darf verfüttert werden) oder Parasiten wie Bandwürmer oder Toxoplasmen (einzellige Parasiten) übertragen werden. Wird Fleisch bzw. Fisch gekocht oder gebraten, wird das Risiko von Infektionen minimiert.
Kohlgemüse
kann eine blähende Wirkung auslösen, daher sollten diese Gemüsesorten nur in geringen Mengen und vor allem gekocht verfüttert werden
Rohes Eiweiß
enthält einen Trypsinhemmstoff, der die Eiweißverdauung negativ beeinflusst. Die Verfütterung größerer Mengen roher Eier kann daher zu Verdauungsproblemen führen. Gekochtes Eiweiß kann hingegen verfüttert werden.
Hülsenfrüchte
wie Linsen, Bohnen, Kichererbsen, aber auch Sojaprodukte enthalten einen Trypsinhemmstoff, der die Eiweißverdauung stört. Ebenso sind Kohlenhydrate enthalten, die erst nach dem Kochen aufgeschlossen werden und erst dann verwertbar sind. Grüne Bohnen enthalten das Glykosid Phasin, das nach etwa 15 Minuten kochen zerfällt. Gekochte Hülsenfrüchte können hingegen gut verfüttert werden.
Kaltes Futter
direkt aus dem Kühlschrank kann zu Erbrechen führen. Besser ist es, das Futter etwas stehen zu lassen, bis es Zimmertemperatur hat.
giftige Substanzen
Acetylsalicylsäure
3 x täglich 50 mg/kg können beim Hund zu Organschäden führen und mit 700 mg/kg zum Tod.
Bei Katzen reichen bereits 2 x täglich 25 mg/kg für Organschäden aus.
Alkohol
Wirkstoff: Ethanol
Bereits ein Glas Schnaps kann für einen 3 kg Hund tödlich enden
Blei
Je nach Sorte führen 300 mg /kg bis 2,5 g/kg zu Sehstörungen und Blutarmut. Die Symptome können nach wenigen Tagen auftreten oder auch zu chronischen Vergiftungen führen. Auch die Aufnahme über das Fell ist möglich.
Frostschutz
Wirkstoff: Ethylenglykol
3 – 5 ml/kg führen zu übermäßigem Durst, Bewußtlosigkeit und Nierenschaden. Der süße Geschmack verleitet die Tiere dieses Gift zu trinken.
Haschisch
Wirkstoff: Tetrahydrocannabiol (THC)
1 g Haschisch ist für einen 12 kg schweren Hund und 0,5 g für eine Katze bereits gefährlich und ein akuter Vergiftungszustand.
Kaffee
Wirkstoff: Coffein
110 mg/kg bei einem Hund und 80 mg/kg bei einer Katze können bereits zu akuten und chronischen Schäden führen.
Knoblauch
Wirkstoff: Allicin
Knoblauch in geringer Menge ist gesund und stärkt das Immunsystem. Jedoch ab 5 g/kg bzw. 1,25 ml/kg führt es zu Blutarmut (Hämolytische Anämie). Dies entspricht etwa 1 Knolle frischer Knoblauch bei einem 10 kg Hund.
Macadamianüsse
Bereits 10 Nüsse führen bei einem 15 kg Hund zu Steifheit, Probleme beim Laufen und mögliche Leberschäden.
Obstkerne
(Aprikosen Pflaumen, Pfirsich, Bittermandeln)
Wirkstoff: Cyanverbindungen (Blausäure und Cyanide)
Bereits 2 mg/kg können zu einem Atemstillstand führen.
Schädlingsbekämpfungsmittel
Wirkstoffe: Insektizide, Akarizide, Pyrethroide/ Pyrethrine z.B. Permetrin
Katzen können den Wirkstoff nicht verstoffwechseln was bereits ab 0,5 g/kg zu Krampfanfällen, Speicheln, Erbrechen und Durchfall führt. Auch hier liegt eine schwere Vergiftung vor.
Schokolade
Wirkstoff: Theobromin
100 – 200 mg/kg können beim Hund zu Kreislaufproblemen führen und ab 20 g/kg kann es tödlich enden. Bei einer Katze sind bereits 40 – 50 g gefährlich.
Weintrauben
10 – 30 Trauben oder 50 Rosinen können bei einem 5 kg Hund bereits zu einem akuten Nierenversagen führen.
Xylit (Zuckerersatzstoff)
Auch als Xylitol oder Lignit bekant verursacht ab 1,4 g/kg Leberschäden und einen Abfall des Blutzuckerspiegel.
Zwiebel
Wirkstoff: N-Propyldisulfid
1 mittelgroße Zwiebel kann bei einem 10-20 kg Hund bereits zu Blutarmut (Hämolytische Anämie) führen. Die Hunderassen Akitas und Shibas sind hier besonders empfindlich. Bei einer Katze wird es bereits ab einer halben Zwiebel gefährlich.
giftige Pflanzen
Bogenhanf (Bajonettpflanze)
Alle Pflanzenteile sind giftig für Katzen und führen zu einer Hämolyse (Auflösung der Erythrozyten) aufgrund der organischen Säuren und hämolytischen Sapogenin.
Eibe
Ist für Hunde und Katzen sehr giftig und kann zum sofortigen Herzstillstand führen
Engelstrompete
Insbesondere während der Blütezeit kann die Aufnahme bei Katzen zu Sehstörungen und ggf. auch zum Tod führen.
Fingerhut
Bereits 5 g getrocknete Blätter führen beim Hund zum Tod durch Herzstillstand. Für Katzen liegen keine Mengenangaben vor.
Goldregen
Hunde erbrechen in der Regel sofort, so dass hier die Giftmenge zum größten Teil nicht zum Tragen kommt. Erbricht der Hund nicht erleidet er wie die Katze den Tod durch Atemstillstand.
Maiglöckchen
Bereits geringe Mengen des herzwirksamen Glykoside führen zum Tod durch Herzstillstand.
Oleander
Wie bei den Maiglöckchen wirken hier die Glykoside tödlich aufgrund eines Herzstillstand.
Tannennadeln
Die ätherischen Öle wie Terpentinöl führen bei Katzen zu Nieren- und Leberschäden.
Thuja
Diese Pflanze enthält ebenfalls ätherische Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe, die zu Leber- und Nierenschäden führen können.
Weihnachtsstern
Die meisten Zuchtformen sind nur gering toxisch (giftig), jedoch können vereinzelt hochgiftige Formen auftreten, die im schlimmsten Fall zum Tod eines Hundes oder Katze führen kann.
Dies ist nur eine Auswahl an giftigen Substanzen und Pflanzen. Wenn Sie den Verdacht auf eine Vergiftung haben kontaktieren Sie umgehend Ihren Tierarzt oder Tierheilpraktiker.
Manche Vergiftungen verlaufen sehr schnell, andere hingegen können erst nach ein paar Tagen auftreten.
Quellen: www.futterABC.de, Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie für die Veterinärmedizin (Enke-Verlag), Giftdatenbank Zürich www.clinitox.ch und Giftpflanzen Pflanzengifte (Nikol Verlag)